Frauen an den (Brand-)Herd

113 oder Frauen an den (Brand-)Herd!
Im Sommer letzten Jahres startete eine Werbeaktion der Gaiberger Feuerwehr unter dem Motto „Frauen an den (Brand-)Herd“ bzw. „Frauen sind Katastrophen (gewachsen)“. Das lockte einige Neugierige herbei, von denen fünf Frauen mittlerweile in die Feuerwehr eingetreten sind.
So unterschiedlich unsere Motive auch waren – die eine aus voller Überzeugung, die andere entweder weil sowieso schon die ganze Familie bei der Feuerwehr ist oder weil frau mehr oder weniger überredet wurde –so sind wir im letzten halben Jahr doch alle dem Feuerwehr-Fieber erlegen.
Ermutigt durch Extra-Übungen, die ein paar erfahrene, geduldige und humorvolle Kameraden (neues Wort in unserem Wortschatz) für uns angesetzt hatten, haben wir uns im Januar 2010 an den Grundlehrgang gewagt und trotz aller gegenteiligen Bedenken Ende Februar auch erfolgreich abgeschlossen. Endlich kann es losgehen! Tags darauf ging der Piepser sehr zu unserer Freude gleich zweimal! Und das Beste daran war, dass wir auch gleich im Einsatz „Hand anlegen“ und nicht nur zuschauen durften. Obwohl bei uns Anfängerinnen alles noch etwas langsamer geht, hatte Mann Geduld mit uns.

Fazit: Es gefällt uns viel zu gut bei der Feuerwehr – ihr werdet uns so schnell nicht wieder los.

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2013 – die Fortsetzung:
Drei Jahre sind vergangen, seit wir als frisch gebackene Truppmänner (dafür gibt es keine weibliche Bezeichnung) nach dem Grundlehrgang voller Motivation in unsere Zeit als aktive Feuerwehrfrauen gestartet sind.
Mittlerweile haben sich einige Veränderungen ergeben; eine von uns ist in Elternzeit, eine andere leider aus beruflichen Gründen weg gezogen.
Aber wir anderen sind nach wie vor dabei und haben uns auch in verschiedenen Bereiche des Feuerwehr-Daseins eingearbeitet. So haben wir mittlerweile alle einen Funker- und Atemschutzlehrgang und den Truppführerlehrgang absolviert.
Unter uns ist eine Jugendwartin, eine Maschinistin (eine weitere macht gerade den Maschinisten-Lehrgang), zwei von uns sind gewählte Mitglieder im Feuerwehrausschuss und wir alle sind Betreuerinnen der vor zwei Jahren gegründeten Bambini-Feuerwehrgruppe. Bei der Gründung dieser Bambini-Feuerwehr waren wir maßgeblich beteiligt; dass mittlerweile eine zweite Gruppe eröffnet wurde, zeigt wie erfolgreich diese Aktion ist.
Gemeinsam mit unseren männlichen Kameraden haben wir das Leistungsabzeichen in Bronze und Silber gemacht. Zwei von uns machen momentan den „Feuerwehr-Führerschein“.
Auch einige Einsätze haben wir mittlerweile hinter uns, sowohl Brandeinsätze als auch technische Hilfeleistung (oft bedeutet das auch nachts um 3 Keller auszupumpen).
Nicht geändert hat sich, dass wir nach wie vor voller Motivation und mit Begeisterung unseren Dienst als Feuerwehrfrauen versehen. Das liegt maßgeblich auch an unseren männlichen Kameraden, die uns nicht als das „schwache Geschlecht“ behandeln sondern im Zweifelsfall einfach mit Rat und Tat unterstützen.
Wenn vielleicht die eine oder andere Frau, die das hier liest, Interesse bekommen hat – wir würden uns über weiteren Zuwachs freuen!
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113 – 2016:113_2016